Wie das Unbewusste in Bildern spricht – und warum diese keine „3D-HD-Filme“ sind

Viele Menschen, die zum Erstgespräch in die Praxis kommen und an Hypnotherapie interessiert sind, fragen häufig: „Was sehe ich da eigentlich? Sind das richtige Bilder, wie im Kino?“ Die Antwort: Innere Bilder sind eher wie Tagträume, Gedankenbilder oder Erinnerungsfragmente. Sie wirken oft erstaunlich echt, sind aber keine realen Filmsequenzen. In der Hypnose nutzt das Unbewusste diese Bilder, um Gefühle, Erinnerungen und Lösungen verständlich zu machen.
Was sehe ich bei der Hypnose

Das Wichtigste in Kürze über innere Bilder in der Hypnose

  • Innere Bilder sind keine realen Filme, sondern subjektive Wahrnehmungen des Unbewussten.
  • Sie können klar, schemenhaft, farbig oder schwarz-weiß erscheinen.
  • Das Gehirn arbeitet in Hypnose ähnlich wie beim Träumen oder Imaginieren.
  • Bilder entstehen aus Erinnerungen, Gefühlen und symbolischen Darstellungen.
  • Jeder Mensch erlebt Hypnose unterschiedlich – manche sehen viel, andere spüren eher oder „wissen“ einfach etwas.
  • Innere Bilder helfen, Blockaden zu erkennen und neue Lösungen zu entwickeln.
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Innere Bilder – keine „3D-HD-Filme“

Wenn Sie in Hypnose Bilder wahrnehmen, sehen Sie keine gestochen scharfen Kinofilme. Es handelt sich vielmehr um eine Art „inneres Kino“, vergleichbar mit Tagträumen, Fantasie oder dem Erinnern einer Situation. Mal erscheinen nur kurze Sequenzen, mal Symbole oder abstrakte Formen.

Wie innere Bilder entstehen

Neurowissenschaftlich betrachtet arbeiten in der Hypnose ähnliche Gehirnareale wie beim Träumen: Das visuelle Gedächtnis und das limbische System sind aktiv. Eindrücke aus der Vergangenheit, Emotionen und kreative Assoziationen verbinden sich zu inneren Szenen. Diese wirken oft spontan, entstehen aber aus Ihrem eigenen Erfahrungsschatz. Zudem ist bei geöffneten Augen unser Sehzentrum im Gehirn zu 97 % aktiv, bei geschlossenen Augen noch 93 % – wir können also nicht nicht sehen.

Bilder als Sprache des Unbewussten

Das Unbewusste kommuniziert in Symbolen, Metaphern und Bildern. So kann ein dunkler Raum etwa für Unsicherheit stehen, eine Tür für neue Möglichkeiten oder eine Lichtquelle für Hoffnung. Wichtig ist: Es gibt keine „falschen“ Bilder – jedes innere Bild hat seine Bedeutung für Ihre persönliche Situation. Nicht alle Menschen „sehen“ innere Bilder. Manche spüren vor allem Körperempfindungen, hören eine innere Stimme oder haben ein intuitives Wissen. Hypnose ist also nicht auf visuelle Erlebnisse beschränkt – sie öffnet vielmehr den Zugang zu allen Wahrnehmungskanälen.

Praktische Bedeutung in der Hypnotherapie

Innere Bilder helfen, unbewusste Prozesse sichtbar zu machen. Sie geben Hinweise auf Blockaden, Ressourcen und Lösungswege. In der Autosystemhypnose® entwickeln Sie diese Bilder selbst – das macht sie besonders kraftvoll, da sie aus Ihrem Inneren stammen. Als Therapeutin begleite ich Sie dabei, die Bilder zu verstehen, ihre Botschaften für Ihre Entwicklung zu nutzen und diese so zu verändern, dass Sie Ihnen dienen.

Fallbeispiel aus der Praxis

Ein Klient, nennen wir ihn Herr Jobst, berichtete, er sehe in der Trance nur verschwommene Farben, keine klaren Szenen. Anfangs war er enttäuscht – bis wir die Farben genauer betrachteten. Das Dunkelrot, das immer wieder auftauchte, stand für seine innere Anspannung. Im Verlauf der Sitzungen wandelte es sich in ein helleres Orange, das er mit Ruhe und Lebensfreude verband. Die Bilder waren also nicht „realistisch“, aber tief bedeutsam für seinen Prozess.

Fazit: Bilder sind Wegweiser, keine Filme

Innere Bilder in der Hypnose sind keine Hollywood-Streifen, sondern Ausdruck Ihrer eigenen unbewussten Prozesse. Sie können verschwommen, klar, symbolisch oder nur angedeutet sein. Entscheidend ist nicht die Bildqualität, sondern die Bedeutung, die Sie daraus gewinnen. Hypnose macht sichtbar, was in Ihnen längst vorhanden ist – und ermöglicht so Veränderungen von innen heraus.

Wissenschaftliche Quellen

  • Kosslyn, S. M., Thompson, W. L., & Ganis, G. (2006). The Case for Mental Imagery. Oxford University Press.
  • Oakley, D. A., & Halligan, P. W. (2013). Hypnotic suggestion: Opportunities for cognitive neuroscience. Nature Reviews Neuroscience, 14(8), 565–576.
  • Renartz, G. (2020). 1000 x Autosystemhypnose: Selbstorganisatorisches Heilen. epubli.
  • Kirsch, I. (1999). Hypnosis and Placebo. In J. F. Schumaker (Ed.), The Corruption of Reality: A Unified Theory of Religion, Hypnosis, and Psychopathology (pp. 205–232). Springer.

Innere Bilder nehmen Sie natürlich auch in der Selbst-Hypnose wahr – hier erfahren Sie mehr darüber.

Suchen Sie eine Psychotherapie? Schreiben Sie mir gerne eine Mail an praxis@psychotherapie-thran.de oder rufen mich unter 0175 / 380 73 09 an.

Ich bin Jennifer Thran, Heilpraktikerin für Psychotherapie mit den Schwerpunkten in Hypnosetherapie, EMDR und emTrace® . In meiner Praxis für Psychotherapie im Klostergut begleite ich Menschen achtsam auf ihrem Weg zu innerer emotionaler Stabilität, Selbstheilung und seelischer Resilienz.

Jennifer Thran

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