Wie erkenne ich innere Blockaden und wie werden diese in der Hypnose gelöst?
Manchmal wissen wir ganz genau, was wir wollen – und tun es trotzdem nicht. Ein Teil von uns bremst, zögert oder weicht aus. Genau an diesem Punkt beginnt die Arbeit mit inneren Blockaden: Unbewussten Widerständen, die oft mehr mit unserer Vergangenheit zu tun haben als mit dem Hier und Jetzt. In diesem Artikel erfahren Sie, was hinter solchen Blockaden steckt, wie Sie sie erkennen – und welche Wege es gibt, sich davon zu befreien.
Das Wichtigste über innere Blockaden in Kürze:
- Innere Blockaden sind psychische oder emotionale Hindernisse, die uns an Entwicklung oder Handlung hindern.
- Sie äußern sich oft durch wiederkehrende Konflikte, Vermeidungsverhalten, körperliche Symptome oder das Gefühl, „festzustecken“.
- Blockaden entstehen häufig durch unbewusste innere Überzeugungen, alte emotionale Wunden oder ungelöste Erfahrungen.
- Sie lassen sich erkennen – und gezielt bearbeiten: durch Psychotherapie, Hypnose, EMDR oder imaginative Methoden.
- Wichtig: Eine Blockade ist kein persönliches Versagen, sondern ein Schutzmechanismus, der verstanden werden will.
Was sind innere Blockaden?
Der Begriff „Blockade“ wird oft verwendet, wenn Menschen das Gefühl haben, nicht weiterzukommen, obwohl sie eigentlich wollen. Es kann sich anfühlen wie eine Leine, die einen zurückhält und auftaucht, sobald für Sie eine Veränderung ansteht: Ein neues Projekt beginnt, für sich selbst beim Nachbarn einstehen, Nein sagen, etwas Altes und Sperriges loslassen – und plötzlich geht gar nichts mehr.
Innere Blockaden sind unbewusste innere Widerstände, die aus vergangenen Erfahrungen, Schutzmechanismen oder tief sitzenden Glaubenssätzen entstanden sind. Sie sind psychologisch gesehen keine Schwächen, sondern Anpassungen, die einmal sinnvoll waren, heute aber nicht mehr hilfreich sind.
Woran erkenne ich eine innere Blockade?
Blockaden zeigen sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen:
- Emotional: Sie fühlen sich innerlich wie gelähmt, angespannt oder überfordert.
- Mental: Gedanken wie „Ich schaffe das sowieso nicht“, „Ich darf das nicht“ oder „Ich muss perfekt sein“ tauchen aus heiterem Himmel auf – und obwohl sie doch schon an einigen gearbeitet haben.
- Verhalten: Sie vermeiden bestimmte Situationen oder scheitern immer wieder an ähnlichen Punkten.
- Körperlich: Verspannungen, Erschöpfung oder psychosomatische Beschwerden, wie Magen-Darm-Probleme treten auf, ohne dass Ihr Arzt eine klare medizinische Ursache finden kann.
Häufig begleiten Blockaden ein Gefühl von Unfreiheit, Unklarheit oder innerem Druck – oft ohne dass direkt benennbar ist, weshalb.
Woher kommen Blockaden?
Viele innere Blockaden entstehen durch Erfahrungen in der Kindheit oder früheren Lebensphasen, in denen bestimmte Bedürfnisse nicht erfüllt wurden oder Verletzungen entstanden sind. Daraus entwickeln sich oft innere Überzeugungen wie „Ich darf keine Fehler machen“ oder „Ich bin nicht wichtig“.
Auch Traumata, chronischer Stress, emotionale Überforderung oder ungelöste Konflikte können zu inneren Blockaden führen. Sie dienen dann als unbewusste Schutzmechanismen, die verhindern sollen, dass wir erneut verletzt werden – auch wenn sie heute eher hinderlich als hilfreich sind.
Fallbeispiel aus der Praxis
Mein Patient hatte den Wunsch, sich von seiner vielen Arbeit zu distanzieren, aber er kam, obwohl sein gesamter Körper Signale in Form von Erkrankungen zeigte, einfach nicht ins Handeln. Immer wieder schob er Entscheidungen auf, hatte Zweifel an sich selbst und spürte starke innere Anspannung, sobald es konkret wurde.
Im Rahmen einer Hypnosetherapie zeigte sich eine tief sitzende Überzeugung aus seiner Kindheit: „Wenn ICH es nicht mache, werde ich verlassen.“ Dieser Glaubenssatz war unbewusst wirksam – und blockierte jede Form von Selbstverwirklichung. Erst als er seinen innere Widerstand erkannte, würdigte, verstand und anschließend in der Hypnose veränderte, kam Bewegung in seinen so wichtigen Veränderungsprozess.
Wie lassen sich innere Blockaden mit Hypnose lösen?
Die gute Nachricht: Blockaden sind veränderbar.
Mögliche Wege sind:
- Hypnosetherapie: Durch den Zugang zu Ihrem eigenen Unbewussten wird die innere Blockade sichtbar. Da sie aus einem wichtigen Grund einst entstanden ist, analysieren wir während der Hypnose ihre Funktion und bearbeiten sie gemeinsam mit Ihrem Unbewussten. Dazu kann die Arbeit mit inneren Anteilen genauso wie die Neuverankerung positiver Ressourcen hilfreich sein.
- EMDR: Durch die Verarbeitung belastender Erinnerungen oder auslösender Situationen kann auch die innere Blockade emotional verarbeitet werden.
- Körperarbeit: Durch Körperübungen können Emotionen wieder im Körper spürbar werden und somit als innerer Kompass für das Bedürfnis hinter der inneren Blockade eingesetzt werden.
Tipp: Blockaden als Botschafter begreifen
Eine Blockade will Sie nicht ärgern – sie will Sie schützen. Auch wenn Sie im Alltag hinderlich ist, enthält sie eine Botschaft: „Hier braucht es etwas mehr Aufmerksamkeit.“
Fragen Sie sich:
Was hindert mich gerade?
Welche alten Erfahrungen könnten hier eine Rolle spielen?
Was bräuchte ich, um diesen Schritt wirklich gehen zu können?
Schon diese innere Haltung kann die ersten Türen zu Ihren Widerständen öffnen.
Bereit für den nächsten Schritt?
Wenn Sie das Gefühl haben, dass auch bei Ihnen etwas „feststeckt“, unterstütze ich Sie gerne dabei, Ihrer Blockade achtsam zu begegnen – in einem sicheren, begleiteten Raum.
Fazit
Innere Blockaden sind keine Schwäche, sondern oft alte Schutzmechanismen, die uns einst geholfen haben, mit schwierigen Erfahrungen umzugehen. Wenn sie heute zur Last werden, lohnt es sich, liebevoll hinzuschauen: Was will mich diese Blockade lehren? Was braucht ein Teil in mir, um sich zu entspannen oder zu öffnen?
Das Gefühl, festzustecken, ist oft der erste Hinweis darauf, dass etwas in Bewegung kommen möchte. Mit der richtigen Begleitung – sei es durch Hypnose, EMDR oder Körperspür-Übungen – lassen sich solche inneren Hindernisse auflösen und in kraftvolle Ressourcen verwandeln.
Es braucht nicht immer große Schritte. Manchmal reicht der Mut hinzuspüren, um Veränderung möglich zu machen.
Wissenschaftliche Quellen
- Rachman, S. (2010). Anxiety. Psychology Press.
→ beschreibt die Entstehung innerer Widerstände durch erlernte Angst und Vermeidung. - Holmes, E. A. et al. (2007). Mental imagery in emotional disorders. Clinical Psychology Review, 27(3), 261–280.
→ zeigt, wie mentale Bilder innere Blockaden verstärken oder lösen können.
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Suchen Sie eine Psychotherapie? Schreiben Sie mir gerne eine Mail an praxis@psychotherapie-thran.de oder rufen mich unter 0175 / 380 73 09 an.
Ich bin Jennifer Thran, Heilpraktikerin für Psychotherapie mit den Schwerpunkten in Hypnosetherapie, EMDR und emTrace® . In meiner Praxis für Psychotherapie im Klostergut begleite ich Menschen achtsam auf ihrem Weg zu innerer emotionaler Stabilität, Selbstheilung und seelischer Resilienz.
Jennifer Thran